Was war - und was kommt

Verfasst von nikola am 11 September 2016 | 0 Kommentare

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Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Veranstalterinnen und Veranstalter,
liebe Alle,

in den letzten Monaten wurde ich häufig gefragt - immer freundlich, aber mit einem halb besorgten, halb strengen Subtext, der besagte: Es wird allmählich Zeit! -, wann denn mein nächstes Buch erscheine.
Recht habt ihr. Es wird Zeit. Und es kommt, versprochen. Aber der Reihe nach.

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist und ob eure Leben sich schnurgeradeaus vorwärtsbewegen, aber was mein eigenes betrifft, folgt es, solange ich denken kann, einem regelmäßigen Zickzackkurs ... mit manchmal ganz schön hohen Amplituden. Oben ist die Aussicht entsprechend gut und sonnig, und was darauf folgt, ist eine Art schwerelose Rutschpartie, bei der man über sein Tempo und die entstehenden (literarischen und sonstigen) Spuren nur staunen kann.
Woher ist das eigentlich alles gekommen?, fragt man sich da.
Ja, und dann folgt das Andere. Man sitzt im schattigen Tal, schaut sich um, stellt Dinge infrage, lässt sie hinter sich, und danach wird es mühsam. Denn wie geht es nun weiter? Etwa die nächste Steigung hochlatschen? Möööh ... Da kann man genauso gut unten hocken bleiben und Grashalme ausrupfen, das ist wenigstens nicht so anstrengend. Aber gut, von Gras allein wird man nicht satt, und auf Dauer ist es auch langweilig, auf der Stelle zu treten. Also macht man sich doch an den Aufstieg. Mit ungefähr 2,5 km/h. Was gut daran ist, sich schwitzend Meter für Meter vorwärtszuarbeiten, ist, dass man zwangsläufig Zeit hat nachzudenken. Über das, was gewesen ist. Und darüber, wie man weitermachen will. Literarisch und überhaupt.

In den letzten Jahren war einiges los bei mir, Unangenehmes und auch Schönes, das mein Leben stark veränderte, und ich brauchte Zeit und Rückzug für eine Art Positionsbestimmung, privat und beruflich. Manchmal, in schwachen Augenblicken, hab ich mir die Frage gestellt, ob ich das, was um mich herum sowie in in mir geschah, einfach von meinem Schreiben entkoppeln und schriftstellerisch auf die bewährte Weise weitermachen könnte, zumal mein Konto sich bedrohlich leerte. Aber kurz: Das ging nicht. Sorry. Ich musste Neues ausprobieren und Ausdrucksmöglichkeiten für das finden, was mich gerade am meisten beschäftigte, denn das Schreiben und das Leben sind einfach nicht voneinander zu trennen.

Hier sei verraten, dass dabei viel mehr entstand, als nach außen sichtbar wurde. Neue Inhalte und neue Formen. Und daneben die Lust, auch am Alten anzuknüpfen und es in neue Bereiche voranzutreiben.

Das Eine, das ganz Neue, ist die Lyrik. Daneben Kurz- und Kürzestprosa. Auch ein Roman für Erwachsene ist in Arbeit. Eine Reihe Gedichte lassen sich inzwischen in Literaturzeitschriften finden, und 2015 durfte ich zu meiner großen Freude den Goldstaubpreis der Autorinnenvereinigung in der Kategorie Lyrik in Empfang nehmen. Und, liebe Veranstalter_innen, die ersten Lyriklesungen für Erwachsene sind bereits über die Bühne gebracht und haben mir (und hoffentlich auch allen anderen) große Freude gemacht. Danke und gerne mehr davon!

Das Andere sind neue Geschichten für Kinder und Jugendliche, die - neben einigen bereits vorhandenen Anthologiebeiträgen wie in dem wunderbaren Buch "Das Schaf im himmelblauen Morgenmantel", herausgegeben von Christine Knödler - nun nach und nach erscheinen werden. Anfang 2017 geht es los mit meinem neuen Jugendroman "Mein Leben - mal eben" sowie dem - wunderbar von Elsa Klever illustrierten - Bilderbuch "Meine Omi, die Wörter und ich." Folgen wird im Herbst 2017 ein weiterer Roman für junge Leute, und dann, 2018, ein Kinderbuch fürs Grundschulalter und noch ein Bilderbuch. Ich freue mich auf jedes einzelne davon - und darauf, vielen Menschen mit diesen Texten zu begegnen.


Will sagen: Da bin ich wieder!




 

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Ayla

Verfasst von nikola am 21 November 2015 | 0 Kommentare

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ayla
 
sie war neun oder zehn und
ich konnte nur kraft
meiner dunkelsten phantasien
imaginieren
was sie schon alles gesehen hatte
fragen konnte ich sie nicht
weil ich kein einziges wort dafür
wusste
 
ich kannte nur meine eigenen
gewöhnlichen autorinnenwörter
und ich benutzte nur sie
denn samt ihnen war ich
eingeladen worden
ungeachtet dessen
wer mir zuhören würde
 
doch sie folgte meiner lesung
mit gespitzten ohren
fünfundsiebzig minuten lang
und versuchte zu begreifen
was ich da erzählte
über die kinder in
meiner geschichte die natürlich
auch alle nicht gesehen hatten
was sie gesehen hatte
und sich stritten und vertrugen
und später lachten
wie kinder sich eben
streiten und vertragen
und später lachen
sofern man sie lässt
 
und immer wenn sie ein wort
verstanden hatte lächelte sie mich an
und ich lächelte zurück
 
das war alles
was ich konnte
 
aber hinterher kam sie trotz meiner
unfähigkeit
mit ihrer freundin nach vorne
und sagte: vielen dank
denn das hatte sie schon gelernt
 
und ich wünschte mir so sehr ein
wörterbuch
mit dessen hilfe ich hätte antworten
können:
 
be supas, ayla
und:

bi xêr bên!

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Von oder vom Kriegen

Verfasst von Nikola am 25 November 2014 | 0 Kommentare

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Manchmal lassen sich die Dinge nicht so leicht auseinanderhalten ...

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Lesen macht Fun? Schreiben ist cool?

Verfasst von Nikola am 7 November 2014 | 0 Kommentare

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Als mir das erste Mal unterkam, wie cool Lesen doch sei, glaubte ich an einen Druckfehler. Als mir das erste Mal unterkam, wie cool Schreiben doch sei, musste ich lachen. Nicht schlecht, hab ich gedacht. Keine Stilblüte, die es nicht gibt. 

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Bahnstörung

Verfasst von Nikola am 12 July 2014 | 0 Kommentare

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Für alle Nerds und Lyrikleute. Was über Apsidendrehungen und die Anziehung von Himmels- und sonstigen Körpern.

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Vom Suseldrusel, der ver-rückten Welt und einem Schriftsteller namens Nikolai

Verfasst von Nikola am 3 January 2014 | 2 Kommentare

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Als Kind-im-besten-Kindesalter trieben mich Fragen um. Es waren viele Fragen, zum Beispiel, ob Französisch in den Ohren eines französischen Kindes wohl genauso klang wie Deutsch in meinen Ohren (Schlussfolgerung: Natürlich nicht!), ob meine großen Schwestern schon mal geknutscht hatten (Schlussfolgerung: Natürlich!) oder ob es dem Lieben Gott wehtat, wenn ich in die Luft boxte, stach, metzelte. (Schlussfolgerung: Er musste entweder auf die gemeine, überhebliche, beliebige Art lieb oder aber nicht existent sein, denn meinen zahlreichen diesbezüglichen Experimenten setzte er sich niemals zur Wehr. Stattdessen überließ er mich schweigend meinem schlechten Gewissen.)

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Schiffbrüchig

Verfasst von Nikola am 3 November 2013 | 4 Kommentare

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Keine Frage kommt so oft wie die, woher es stammt. Bei jeder Lesung, in jedem Interview, in jedem Gespräch unter Bücherleuten: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

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Von Müttern, Töchtern und Tintenfischen

Verfasst von Nikola am 7 September 2013 | 8 Kommentare

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"Boah, Mummy, du bist so #*⚡☠☔%#!" Meine Tochter donnert die Tür zu. "Chill mal dein Leben!", kommt es noch wenig gedämpft hinterhergeschrien, dann wummert die Anlage los. Die Tochter ist knapp dreizehn und sehr, sehr zornig. Ihrem wohlgemeinten Rat sollte ich als #*⚡☠☔%#e Mutter deshalb besser Folge leisten, sonst habe ich vermutlich nicht viel zu lachen. Also lege ich mich auf die Couch und atme tief in Richtung Bauchnabel runter (denn so, hab ich mir sagen lassen, funktioniert die Sache mit dem Chillen). Ich schließe die Augen (auch das soll dazugehören), denke mich auf eine Südseeinsel, ziehe mir meinen Bikini an und gehe eine Runde baden. Das Wasser ist lau und samtweich, die Sonne glitzert millionenfach auf der leicht gekräuselten Oberfläche, eine sanfte Brise streichelt mir über das feuchte Haar. Ich bin im Paradies. Dann allerdings tritt ein Problem auf, das das gute Zwischenergebnis in akute Absturzgefahr bringt: Mir ist todlangweilig.

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Fünf gute Gründe abzureisen oder: Warum ein Urlaub völlig überbewertet wird

Verfasst von Nikola am 9 July 2013 | 2 Kommentare

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Seit Wochen waren sie Gesprächsthema: unser Urlaub Nummer eins und unser Urlaub Nummer zwo. Beim Zähneputzen, zwischen Tür und Angel und während wir inmitten von Terminclustern die Fertigpizza aus dem Ofen zogen und uns dabei Lippen und Pfoten verbrannten. Pläne wurden geschmiedet, Erwartungen gehegt, Hoffnungen geschürt. "Ich freu mich schon so ...", hieß es. "Ich halt's kaum noch aus ..." und: "Wenn wir erst da sind ..."

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